Rezension: „Zurück ins Leben geliebt“ von Colleen Hoover

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Titel: Zurück ins Leben geliebt
Autor: Colleen Hoover
Verlag: dtv
Erschienen: 2016
Kosten: 12,95€ (Taschenbuch)
368 Seiten
ISBN: 978-3-423-74021-0

Vorweg: Ich bin ein riesen CoHo-Fan und eigentlich bekommt allein deswegen schon mal jedes ihrer Bücher 5 Sterne. Deswegen war es auch nur logisch, dass „Zurück ins Leben geliebt“ schon Wochen vor Erscheinung auf meiner Vorbestellen-Liste stand.
Und dann kam der langersehnte Tag und ich habe es sofort verschlungen.

Darum geht’s:

Tate zieht für ihr Studium zu ihrem Bruder nach San Francisco. Dort stolpert sie – im wahrsten Sinne des Wortes – bereits am ersten Abend über Miles Archer. Miles ist ein guter Freund von Tates Bruder und liegt betrunken in dessen Eingangstür.
Nach diesem etwas holprigen Kennenlernen, stellen die beiden schnell fest, dass sie sich mehr füreinander interessieren. Allerdings auf ganz unterschiedliche Weise. Während Tate jedes Mal weiche Knie bekommt, wenn sie auf Miles trifft, will er eine rein körperliche Beziehung. Keine Fragen nach der Vergangenheit – kein Gedanke an eine gemeinsame Zukunft. Das sind Miles‘ Regeln. Und Tate lässt sich darauf ein.

Das Cover:

In der Bücherwelt wurde wahrscheinlich noch nie so viel über ein Buchcover diskutiert, wie in diesem Fall. Dabei ging es nicht nur um das Cover, sondern vor allen Dingen auch um die deutsche Übersetzung des Titels. Aus „Ugly Love“ wurde „Zurück ins Leben geliebt“ und aus einem eher düsteren, in dunklen Farben gehaltenen Buch wurde rosarot und Beine..BEINE? Ja, Beine! Keine Ahnung, warum die da auf dem Cover sind und was genau uns der Autor..äh ich meine natürlich Verlag.. damit sagen will. Who knows! Ich schließe mich hiermit allerdings ganz offiziell der #wirsindfüruglylove -Bewegung an. Sowohl das englische Cover, als auch der Titel, passen meiner Meinung nach einfach viel besser zum Buch und seinem Inhalt.

Meine Meinung zum Buch:

Die Storyline klingt nicht neu. Mann will sich nicht auf eine ernste Beziehung einlassen, Frau will genau das unbedingt. Dann gibt es da noch irgendein Geheimnis in der Vergangenheit, das den Mann daran hindert sich auf eine neue Frau einzulassen, das SIE natürlich unbedingt aufdecken will, um ihn von seinen Dämonen zu befreien. Schwupps – schon haben wir einen Bestseller.

Soweit ist das ja auch gar nicht so schlimm. Bei der Vielzahl an Büchern, bleibt die ein oder andere ‚ähnliche‘ Idee ja gar nicht aus – wenn sie denn gut ausgearbeitet ist.

Normalerweise liebe ich Frau Hoover für ihre komplexen und facettenreichen Charaktere, die alle ihre ganz eigene Vergangenheit zu haben scheinen. Nie hatte ich das Gefühl, einer der Protagonisten wäre nur halbherzig ausgearbeitet. So auch diesmal, aber anstatt, dass das auch so bleibt, scheint vor allem Tate im Laufe des Buches immer mehr von dem zu verlieren was sie ausmacht.

Tate, die eigentlich rund um die Uhr arbeitet, um sich durch einen Nebenjob das Aufbaustudium zu finanzieren. Die eigentlich starke Frau, die ohne Angst einen völlig fremden, stockbesoffenen Kerl aus ihrer Eingangstür räumt – nur um ihn dann herzlich wieder ‚gesund‘ zu pflegen. Am Ende wird aus ihr Tate, die ständig anfängt zu heulen, die einem absoluten Arschloch immer wieder hinterherläuft und im Liebeskummer zerfließt. Schade! Eigentlich wäre hier soviel Potenzial gewesen.

Miles dagegen mimt das unnahbare Arschloch und zieht diese Rolle auch ganz gut bis zum Ende durch. Das Trauma seiner Vergangenheit jedoch – zu dem ich hier jetzt nicht mehr sagen möchte ‚Spoileralarm‘ – löst sich allerdings von Jetzt auf Gleich im Nichts auf.
Unwahrscheinlich. Und gerade für Frau Hoover, die eigentlich dafür bekannt ist, kontroverse und kritische Themen in ihren Büchern zu behandeln, wirklich schade. Hier fehlt eine saubere Auflösung.

Die Story im Allgemeinen ist eher flach. Genau genommen hat man über lange Passagen das Gefühl, dass eigentlich überhaupt nichts passiert. Naja, abgesehen von Sex, viel Sex – an die Ausarbeitung dieser Szenen hat CoHo sich mit Bravour gemacht.
Aber ansonsten dümpelt einfach alles so vor sich hin. Sowohl die Geschichte zwischen Miles & Tate, als auch die parallel – aus Miles‘ Sicht erzählte Geschichte – 6 Jahre zuvor – keine unerwartete Handlung, kein plötzlicher Plotpoint.
Einzig und allein die Art und Weise, wie aus Miles‘ Sicht erzählt wird. Eine lyrische Form – teilweise schon fast wie ein Gedicht, ist interessant. Passt allerdings meiner Meinung nach überhaupt nicht zu Miles und lässt ihn streckenweise schon beinahe fanatisch wirken.

Am Ende gibt es dann erwartungsgemäß auch keine wirklich große Überraschung mehr und das Buch ist alles in Allem gerade mal Durchschnitt.

Mein Fazit:

Liebe Frau Hoover, das können Sie besser. Deutlich besser, wie sie in vielen Büchern zuvor bereits bewiesen haben! Zwischen den Zeilen blitzte Ihr schriftstellerisches Talent immer mal wieder durch und für das nächste Buch wünsche ich mir wieder mehr davon.
Alles in allem ist „Zurück ins Leben geliebt“ jedoch kein schlechtes Buch, man kann es ohne schlechtes Gewissen lesen und wird vermutlich auch seine Freude daran habe. Eingefleischte CoHo Fans werden hier vermutlich aber nicht auf ihre Kosten kommen.

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