Dreimal gestorben und doch noch nicht tot – Drei Buchreihen, die ich (wahrscheinlich) niemals beenden werde

Ich bin ja ein riesen Fan von Buchreihen. Es ist einfach super, mir keine Gedanken machen zu müssen, was ich als nächstes lese. Ich greife einfach Band zwei oder drei der Reihe aus dem Regal und schon kann es ohne langes Überlegen weitergehen.
Zugegeben – nicht immer klappt das so einfach. Manchmal wartet man auch einfach Jahre darauf, dass der Autor Band zwei oder drei auch nur in Erwägung zieht.

Manchmal gibt es allerdings auch Buchreihen, die mich zu Anfang so richtig mitgerissen haben und deren Fortsetzungen nun in der hintersten Ecke des Bücherregals vermodern.
Welche das sind und warum ich langsam echt keine Wiedergeburten, Auferstehungen und Engel mehr sehen kann, erfahrt ihr, wenn ihr jetzt weiterlest.

ACHTUNG SPOILER: Ich garantiere für gar nichts! Ich hab keine der Reihen beendet, aber vielleicht verrate ich Euch, was in der Mitte passiert. 

Die Cathy Vickers Trilogie von Jordan Weisman und Sean Stewart
(Cathy’s Book – Cathy’s Key – Cathy’s Ring)

Kennt ihr diese Bücher, die Euch einfach nicht gefallen und ihr könnt nicht einmal sagen, warum? So geht es mir bei dieser Reihe. Es geht um die 17-jährige Cathy deren Freund Victor plötzlich spurlos verschwindet. Und wie das halt so ist in spannenden Jugendbüchern, wartet man natürlich keine polizeilichen Ermittlungen ab oder so was, sondern macht sich kurzerhand selbst auf die Suche. Letztendlich landet Cathy in einem ganzen Strudel aus echt blöden Geschehnissen.
Das interessante an dieser Reihe? Das ganze ist in Tagebuchform geschrieben, mit witzigen Zeichnungen am Rand verziert und mit dem Buch kommt ein ganzer Haufen Kram. Cathy hat nämlich alles Mögliche, was zu Victor führen könnte, gesammelt. Zeitungsartikel, Terminkalendereintragungen, Fotos, Telefonnummern – und all das findet sich im Umschlag des Buches. Der Leser kann also nachforschen, echte Telefonnummern anrufen, Internetseiten besuchen und so versuchen, Victor auf die Spur zu kommen.

Ich hab das erste Buch echt schnell durchgelesen und fand es auch wirklich gar nicht so schlecht, aber dann – naja, dann hat mich einfach überhaupt nichts animiert weiterzulesen. Ich konnte mich fünf Minuten nach Schluss schon kaum mehr an die Story erinnern, der Schreibstil war mir zu wirr und am schlimmsten: Ich fand Victor einfach furchtbar unsympathisch. Ganz ehrlich? Der Typ serviert die arme Cathy einfach ab, verschwindet dann. Sie sucht ihn wie verrückt, findet ihn, rettet ihn und er verschwindet dann einfach wieder? Really?
Es ist mir einfach sowas von absolut wurst, wohin der Typ verschwunden ist. Geh wohin der Pfeffer wächst und bleib am besten für immer dort!

Wer mag: Band zwei und drei sind immer noch ungelesen. Nur ein bisschen abgestanden. Ihr wollt Euer Glück versuchen? Dann schreibt mir einfach und die Bücher finden vielleicht endlich einen Besitzer, der sie mag. 

 

Die Beautiful Creatures Reihe von Kami Garcia und Margaret Stohl
(Sixteen Moons – Seventeen Moons – Eighteen Moons – Nineteen Moons)

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Der erste Band der nächsten Reihe wurde mal als „Beautiful Creatures“ verfilmt und selbst der Regisseur fand sie wohl doof und hat nach Band eins aufgehört mit dem Drehen.
Spaß bei Seite. Diese Reihe um die Jugendlichen Ethan und Lena fängt gar nicht schlecht an. Die merkwürdige, zurückgezogene Lena kommt als neue Schülerin in Ethans Klasse. Sie ist zu ihrem Onkel nach Gatlin gezogen und ihr Onkel hat einen gelinde gesagt miserablen Ruf in dem kleinen Örtchen. Trotzdem fühlt sich Ethan ab dem ersten Tag zu dem ungewöhnlichen Mädchen hingezogen und möchte unbedingt mehr über sie erfahren. Was steckt hinter den Gerüchten, die man sich über ihren Onkel erzählt und was bedeuten die seltsamen Zahlen auf Lenas Handrücken? Immer mehr kommt Ethan ihrem Geheimnis auf die Spur und damit einem uralten Fluch, der auf Lenas Familie lastet.

Diese Reihe hat echt gut angefangen und ich habe tatsächlich auch die ersten drei Bücher recht zügig durchgelesen. Die Story ist bestimmt nicht besonders innovativ, aber dafür ganz gut umgesetzt. Der Fluch, der auf der Familie Duchannes lastet, ist dabei noch mal ein interessanter Plot-Twist. Woran haperte es also?
Teenie-Dram. So unendlich viel Teenie-Drama. Irgendwann war die Geschichte nur noch nebensächlich. Es ging nur noch darum, ob unsere beiden Protagonisten sich nun gerade mögen oder nicht. Sich nun gerade gegenseitig mit irgendwelchen Nebenfiguren eifersüchtig machen oder mal wieder nicht miteinander reden. Und dann muss natürlich der eine immer den anderen „schützen“ und deshalb selbstverständlich total dämliche Sachen machen, die er vor dem anderen geheim hält – noch mehr Drama. Bah.
Irgendwann hatte ich echt keine Lust mehr. Der letzte Band zog sich wie Kaugummi und deshalb liegt es noch immer halb gelesen im Regal. Irgendwann werd ich mich ganz vielleicht noch mal dazu aufraffen, es zu Ende zu lesen. Damit auch ich endlich mal erfahre, ob sie sich nun am Ende kriegen oder nicht. Irgendwann – bei akuter Bücherarmut oder so.

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Kommen wir zur letzten Reihe und ich möchte mich schon mal im Vorweg entschuldigen. An alle Hardcore „Vampire Diaries“ Fans: SORRY. Das hier ist für Euch!

Tagebuch eines Vampirs von Lisa J. Smith
(Zu viele, um sie alle aufzuzählen)

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Ich hab diese Bücher geliebt. Wirklich – ich habe sie geliebt. Aber irgendwann artete das ganze Mysterium um die Salvatore Brüder und ihr Love-Interest Elena echt aus. Ich mein, wie viele Bücher gibt es mittlerweile? Mehr als ein Dutzend?
Dabei ist mein Problem mit dieser Reihe nicht mal ihre Länge. Es gibt viele endlos lange Reihen, die echt nicht schlecht sind. Mein Problem ist die fast schon wahnhafte Besessenheit der Autorin für Happy Ends.
Ernsthaft, du hast zwei Möglichkeiten:

1. Du entschließt dich dazu, einen deiner Protagonisten abzumurksen. Du machst eine richtig große Show draus. Am Ende hassen dich deine Leser vermutlich und werden dein Buch auf ewig verdammen. Nach fünf Minuten nehmen sie es dann aber doch wieder in die Hand, bewundern dich für deinen Mut, einen solchen Schritt echt durchzuziehen und loben dich dann in ihren Rezensionen in den Himmel.

oder du machst es im L.J. Smith -Stil

2. Du lässt deine Protagonistin gefühlt am Ende eines jeden Buches einmal sterben. Inklusive des großen Rumgeheules ihrer Loverboys. Die bekriegen sich dann noch mal über 50 Seiten gegenseitig und geben dem jeweils anderen die Schuld am Tod ihrer Geliebten. Bis dann – OH WUNDER, OH WUNDER die heilige, wunderbehaftete Elena jedes verdammte Mal wiederaufersteht. JEDES. VERDAMMTE. MAL. Als Engel, als Gesandte, als aus der Hölle entlaufenes Etwas. Egal wie, sie kommt wieder. Ein verdammtes Happy End. An jedem verdammten Ende.
Ich konnte es echt nicht mehr lesen. Und dann werden die sonst so zahmen Vampir-Brüder natürlich auch noch echte Badboys, immerhin sind sie total in ihrer Trauer um das hübsche Menschlein gefangen. Achja irgendwann wird Elena auch mal ein Vampir (nachdem sie stirbt und dann wiederaufersteht natürlich) und dann ist sie wieder ein Mensch – nachdem sie stirbt natürlich.
Wahrscheinlich ist das hier jetzt nicht alles der ganz korrekte Ablauf der Geschichte, aber ich hoffe, ihr versteht was ich meine.
Mach es richtig oder mach es gar nicht, aber einen praktisch unsterblichen, aber dennoch ständig sterbenden Protagonisten braucht echt keiner.
Sorry, aber nach Band fünf war für mich Schluss. Im übrigen wurde die Geschichte irgendwann nicht mal mehr von der eigentlichen Autorin fortgesetzt, sondern von Ghostwritern. Das konnte aber auch nichts mehr retten.

 

Und jetzt schreibt mir: Welche Reihe konntet ihr absolut nicht beenden und warum? Habt ihr vielleicht eine meiner nicht beendeten Reihen gelesen und ward total begeistert? was sorgt dafür, dass ihr eine Reihe sofort in die Ecke schmeißen würdet? 

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